Deine Reha im PREHAB LAB®

Kreuzbandriss – und jetzt?

Statistisch gesehen verletzt sich in Deutschland alle sechseinhalb Minuten eine Person das Kreuzband. Du bist auch betroffen? Hier erfährst du, was bei einem Kreuzbandriss eigentlich passiert und wie eine Therapie aussehen kann.

Wer die Diagnose Kreuzbandriss bekommt, sieht sich mit diversen Fragen konfrontiert: Muss ich operiert werden? Wie lange bin ich krankgeschrieben? Wann werde ich wieder fit sein? Kann ich meinen Sport wieder ausüben? Und wie gestaltet sich eine Rehabilitation? Um eine Antwort auf diese Fragen zu finden, stellen wir zunächst einmal kurz vor, was ein Kreuzbandriss überhaupt ist, weiter unten erfährst du, wie die Reha aussehen kann.

Der Kreuzbandriss

Die Kreuzbänder sind im Knie verortet. Es gibt jeweils ein vorderes und ein hinteres Kreuzband in jedem Kniegelenk. Die Kreuzbänder sorgen dafür, dass Oberschenkel und Schienbein im inneren des Knies miteinander verbunden sind. So ermöglichen sie im Zusammenspiel mit der Muskulatur und weiteren Bändern eine stabile Voraussetzung für viele Alltagsbewegungen und sportlichen Aktivitäten.

Reißt ein Kreuzband, kann das Knie instabil werden, da Ober- und Unterschenkelkonchen ihre passive Begrenzung verlieren. Dabei können sowohl das hintere als auch – deutlich öfter – das vordere Kreuzband betroffen sein. Es sind sowohl Teil- als auch Komplettrupturen möglich. Auch eine Beteiligung der Seitenbänder oder eines Meniskus ist möglich.

Ein vorderer Kreuzbandriss passiert oft beim Sport. Ein typisches Verletzungsmuster ist z. B. eine unfreiwillige und übermäßige Beugung und Drehung des Knies, wie es etwa bei abrupten Bremsbewegungen und gleichzeitigen Drehungen im Knie der Fall ist. Aber auch bei langsamen Drehbewegungen oder Überstreckungen im Gelenk kann es zu Rissen des vorderen Kreuzbandes kommen, wenn die Hebelverhältnisse entsprechend groß sind.

Folgen eines Kreuzbandrisses

Kurzfristig führt eine VKB-Ruptur zu den klassischen Symptomen einer Gelenkverletzung wie Schmerzen, Schwellung und Funktionseinschränkung. Im weiteren Verlauf steht vor allem die Instabilität des Kniegelenks im Vordergrund. Ist das vordere Kreuzband nicht mehr intakt, so kommt es zu einer vermehrten Translation und Rotation des Unterschenkels gegenüber dem Oberschenkel. Diese Instabilität führt häufig zu einer deutlichen Einschränkung im Sport und Alltag. Neben einer allgemeinen Unsicherheit im Kniegelenk beschreiben viele Betroffene ein wiederholtes plötzliches Wegknicken des Kniegelenks („Giving-way“), was nicht selten mit akuten Schmerzen einhergeht.

Darüber hinaus hat eine VKB-Ruptur auch langfristige Folgen. Bleibt das Kniegelenk instabil, führt dies zu zunehmenden Verletzungen der Menisken in bis zu 40-80% und zu Knorpelschäden in mehr als 50% der Fälle. Daher gilt eine chronische Insuffizienz des vorderen Kreuzbandes als relevanter Risikofaktor für die Entwicklung einer Arthrose des Kniegelenks.

Kreuzbandriss – muss ich operiert werden?

Die Frage, ob ein Kreuzbandriss operiert werden muss, lässt sich nicht pauschal beantworten. Je nach individueller Situation, kann eine konservative oder operative Behandlung sinnvoll sein.

Aktuelle wissenschaftlichen Studien konnten darstellen, dass ein gewisser Anteil an Patienten, die durch die VKB-Ruptur entstehende passive Instabilität durch neuromuksuläres und koordinatives Aufbautraining funktionell kompensieren kann. Andererseits gibt es jedoch auch Patienten, die weiterhin ein subjektives Instabilitätsgefühl beibehalten. Die Patienten werden hinsichtlich der Kompensationsfähigkeit unterteilt in:

  • „Non-Coper“ (Nicht-Kompensierer = können funktionell die Subluxationsereignisse des instabilen Kniegelenkes koordinativ nicht ausgleichen, es kommt zu fortwährenden Dislokationsmomenten)

  • „Coper“ (Kompensierer = können funktionell die Subluxationsereignisse des instabilen Kniegelenkes koordinativ ausgleichen).

  • „Adapter“ (Adaptierer = können durch eine Reduktion des funktionellen Anspruchs die Subluxationsphänomen reduzieren)

Sowohl operative als auch konservative Behandlung eines Kreuzbandrisses können funktionieren und sollten immer individuell besprochen werden. Wir im PREHAB LAB® haben uns darauf spezialisiert Patienten genau bei dieser Fragestellung zu beraten und zu unterstützen. In jedem Fall ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Ärzt:in, Therapeut:in und Patent:in ein wichtiger Baustein für ein erfolgreiches Comeback.

Unser Wissen und unsere Erfahrung bringen wir nicht nur bei der Patient:innenbetreuung ein. Wir engagieren uns in Fachgesellschaften und betreiben eigene Forschungsprojekte, um die Rehabilitation unter anderem von Kreuzbandverletzungen weiterzuentwickeln.

Kreuzbandriss – Funktionelle Rehabilitation

Ziele einer Rehabilitation sind Muskelkraft und Beweglichkeit wiederherzustellen. Um diese zu erreichen, nutzt das PREHAB LAB® verschiedene Behandlungen und Test- und Re-Test-Strategien. Sie werden stets an die aktuelle Rehabilitationsphase und individuelle Belastbarkeit des:der Patient:in angepasst.

Mittlerweile findet in der Nachbehandlung von Verletzungen ein Umdenken statt. Dominerten früher zeitbasierte Konzepte, steht mittlerweile die Funktion im Mittelpunkt. Einfach formuliert: Wann ich wieder laufen kann, entscheidet nicht die Wochenzahl seit meiner Verletzung, sondern, ob mein Knie wieder in der Lage ist, die nötigen Anforderungen zu erfüllen.

Um die Funktion in jedem Abschnitt der Rehabilitation zu überprüfen, stellen Test und Re-Test bei unserem aktiven Therapieansatz eine zentrale Säule dar. Wir nutzen funktionelle Tests, um deine Basisfunktionen zu überprüfen. Dafür kommen klar definierte Tests zum Einsatz, die zusammen den Return to Activity Algorithmus (RTAA®) bilden, den wir mitentwickelt und publiziert haben. Erst wenn eine bestimmte Bewegungsqualität und -quantität in einem Level erreicht ist, folgt der nächste Schritt. Die Testergebnisse dienen als Grundlage für spezielle REHAB-Übungen, die individuell abgestimmt sind und auf den nächsten Test oder das nächste Level vorbereiten. Die Rehabilitation orientiert sich damit stets an der individuellen Belastungsfähigkeit. Zudem ermöglicht dieser objektive Ansatz eine klare und eindeutige Kommunikation zwischen Ärzt:in, Therapeut:in und Patient:in  – und ist damit der eingangs erwähnte Baustein für ein erfolgreiches Comeback.

Kreuzbandriss – Mentale Rehabilitation

Im Verlauf einer Kreuzband-Rehabilitation stößt man unweigerlich immer wieder auch an mentale Grenzen. Frustration, ein Verlust von Selbstvertrauen, Angst vor einer Wiederverletzung – solche psychischen Herausforderungen sind normale Begleiter auf dem Weg zurück zu Alltag und Aktivität. Die gute Nachricht für alle Betroffenen: Es gibt Techniken, um diese „bösen Geister“ in den Griff zu bekommen. Im PREHAB LAB® bieten wir daher auch mentalen Bereich Ansprechpartner:innen in unserem Team, die durch ihre Ausbildung und ihre Erfahrung auch den Kopf wieder kommende Aktivitäten und Sport zu machen.

Kreuzbandriss  – noch Fragen zu deiner Reha?

Egal ob privat versichert oder Selbstzahler: Jede Rehabilitation ist bei uns individuell auf dich zugeschnitten. Hast du Fragen zu einer Rehabilitation im PREHAB LAB®? Wir freuen uns über eine Nachricht von dir und melden uns gerne bei dir zurück.

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